Presse
21.07.2015, 10:07 Uhr
Vertreterinnen der Eltern der Beckumer Kindergärten St. Sebastian, St. Stephanus und St. Martin im Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Henning Rehbaum

Beckum. Von den Sorgen und Problemen rund um die Arbeitsbelastung der Erzieherinnen in den Kindergärten berichteten am Montag Vertreterinnen der Eltern der Beckumer Kindergärten St. Sebastian, St. Stephanus und St. Martin im Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Henning Rehbaum (CDU). Als Hauptursachen für viele Probleme wurden die Unterfinanzierung der Einrichtungen von Seiten des Landes sowie die gewachsenen bürokratischen Aufgaben durch die Revision des Kinderbetreuungsgesetzes genannt.

Die Elternvertreter berichteten von erheblichen Mehrbelastungen und stressbedingter Erkrankungen der Erzieherinnen in den Einrichtungen. „Die Erzieherinnen in unseren Kitas geben Ihr Bestes für unsere Kinder, doch viele haben Angst, vor der Zukunft, weil zu wenig Geld für ausreichend Personal in den Gruppen da ist und die Sonderaufgaben stetig mehr werden.“ so die Elternvertreter.


„Das geht alles von der Betreuungszeit für die Kinder ab.“ Da das Land die Kindergärten nicht ausreichend finanziere und die Stadt Beckum die U3-Betreuung aufgrund der Haushaltslage nur begrenzt finanziell unterstützen könne, fehle es in vielen Kindergärten an Geld für den laufenden Betrieb und notwendige Investitionen. Versuche der Eltern, die Kirchen als Träger der Einrichtungen anzusprechen führten nun erstmals nach mehreren Versuchen zu einem Gesprächstermin auf den man sehr gespannt sei, so Elternvertreterin Daniela Grundlach. „Alle sprechen von Kindern als das Wichtigste was wir haben. Die Kindergärten finanziell für die gestiegenen Anforderungen auch ausreichend auszustatten, daran mangelt es. “ Dennoch habe man Verständnis für Kirche und Kommune, da die U3-Betreuung schließlich in erster Linie Landesaufgabe sei. . „Als die CDU/FDP-Regierung das Kibiz beschlossen hatte, wussten wir, dass es nicht fehlerfrei ist und haben betont, dass dieses neue Gesetz nach wenigen Jahren überprüft werden muss. Die Regierung Kraft hat dies entgegen ihrer Wahlversprechen auch nach 5 Jahren nicht angepackt. Der Landesregierung ist das Geld ausgegangen und sie will deswegen die Probleme an die Kommunen abschieben. Die sind aber oft in noch größerer Geldnot als das Land.“ erklärte Henning Rehbaum die Zustände.

Die finanzielle Unterversorgung der Kindergärten führe außerdem dazu, dass die Einrichtungen sich kaum noch Praktikanten leisten könnten, für die jetzt richtigerweise auch der Mindestlohn gelte. So die Elternvertreterinnen.  „Wenn die Landesfinanzierung der Kindergärten nicht ausreicht, bekommen viele Praktikanten nicht ihr Anerkennungsjahr, und den festangestellten Erziehrinnen fehlt die wertvolle Unterstützung der Praktikanten in den Gruppen. Verlier sind letztlich wieder die Kinder.“ erklärt Henning Rehbaum, selbst Vater dreier Kindergartenkinder.

Wertvoll seien Fördervereine zur Finanzierung von sinnvollen Extras in den Kindergärten, waren sich alle Beteiligten einig. Für die Kosten des laufenden Betriebs allerdings müssten die Träger der Kitas eine ausreichende Finanzierung vom Land erwarten können.